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Bezirksgruppe Celler Land

             Deutscher Retriever Club e.V.

„Wie tickt der Hund“

Ein Teilnehmerbericht zum gleichnamigen Seminar.

Seminar am 23.02.2020 in Winsen, ausgerichtet vom DRC Celle, moderiert von Andrea Rüter und Dirk Siekmann „Faszination Retriever“, organisiert von Mercedes Merkel.

„Der Hund stammt vom Wolf ab“. Das war der erste Satz des Seminares „Wie tickt der Hund“...

Nun ist das keine wirklich neue Erkenntnis, doch schon im zweiten Satz wurde die Faszination Retriever, der Leitspruch der Seminarleiter Andrea Rüter und Dirk Siekmann, für jeden der 13 Teilnehmer im Raum greifbar.

Wir haben keine Zeit verloren und sind direkt auf den Hund gekommen. Da fällt mir das Sprichwort ein: „ ... Der ist auf den Hund gekommen“. Früher, als die Furcht vor dem Wolf allmächtig war, hat man auf den Boden der Vorratstruhen zum Abschrecken der Diebe, Wolfsköpfe abgebildet. Haben die Diebe die Truhen leer geraubt, sind sie sprichwörtlich „auf den Hund gekommen“, dessen furchteinflößender Anblick sollte sie Hals über Kopf in die Flucht treiben.

Aber nun zurück zum Seminar. Auch hier haben wir mit der Geschichte des Wolfes begonnen. Ein kurzer Rückblick verdeutlichte wie sich ein Rudel bildet, welche Stärken ein Wolf unter Beweis stellen muss, um sich zum Rudelführer zu qualifizieren. Ist es nur die Größe und die Kraft? Nein, es ist auch das strategische Geschick eines Wolfes die Jagd erfolgreich zu führen und das Überleben es Rudels zu sichern.

Wodurch und wann ist der Hund für uns Menschen nutzbar geworden. Wer hat wen zuerst für seine Zwecke eingesetzt. Welchen Stellenwert hat ein Rudel heute für den Hund unter uns Menschen? Wie gehen wir Menschen mit dem Hund um? Erkennen wir seine Stärken immer richtig? All diese Fragen wurden mit einer aufwändigen und zielgerichteten PowerPoint-Präsentation optisch perfekt unterlegt.

Im Anschluss fokussierten wir uns auf verschiedene Hunderassen und haben uns u.a. mit folgenden Fragen auseinander gesetzt.

  • Was ist eine rassebedingte Anlage, wie unterscheiden und beurteilen wir diese Wesensanlagen, welche machen wir uns zu Nutze?

  • Wie gehen wir Menschen mit diesen Anlagen des Hundes um, respektieren wir sie ausreichend?

  • Welche Konstitution zeigt die Rasse meines Hundes. Fordern und fördern wir die Merkmale im angemessenen Umfang?

  • Wie erlernt der Hund ein von uns gewünschtes Verhalten? Durch die klassische Konditionierung (Pawlowsche Art) oder operante Konditionierung – lernen durch Erfolg? 

Vor dem Mittagsbuffet konnte jeder Teilnehmer seinen Hund schriftlich beurteilen.

Gefragt waren Anlagen und Wesenseigenschaften, wie z.B.: Aufmerksamkeit, Ausdauer, Bindung, Bewegungs- und Spielverhalten, Geräuschempfindung, Geländehärte, Schussfestigkeit, Vertrauen, Beuteverhalten, Gehorsamkeit und vieles mehr.

Gestärkt ging es nun ins Gelände. Hier konnten wir die Theorie direkt mit der Praxis verbinden. Fantastisch!

Jeder Teilnehmer hatte mit seinem Hund einige Aufgaben nonverbal zu bewältigen. Mal nicht selbst in Aktion zu sein, wie beim Training, sondern als Zuschauer zu fungieren hat mir persönlich einen ganz andern Blickwinkel ermöglicht. Während der Beobachtung der Hunde in ihrer Arbeit wurde uns aufgezeigt, wie unterschiedlich zum Beispiel die Bindung, Aufmerksamkeit, Gehorsamkeit, die Neugier, das Spürverhalten, u.s.w. bei allen 11 Hunden angelegt sind.

Das Verhalten, bzw. die Anlage jedes einzelnen Hundes konnten wir in der Gruppe analysieren und mit der schriftlichen Selbsteinschätzung der Hundeführer abgleichen. Dies fand ich besonders spannend um mein eigenes Urteilungsvermögen bezüglich der Anlagensichtung zu sensibleren.

Unseren Heimweg haben wir sehr zufrieden angetreten und noch während der Fahrt hat sich der Wunsch nach Fortführung herausgestellt. Bei Andrea und Dirk bleiben keine Fragen unbeantwortet. Sie greifen auf ein unglaublich umfangreiches Wissen aus ihrer Jahrzehnten langen intensiven Arbeit mit Hunden zurück, dass es einfach nur Spaß macht ihnen zu zuhören. Wir wünschen uns mehrere Seminare dieser Art.

Wir haben durch die Theorie viel Neues über unseren Hund erfahren und können diese Erkenntnisse in der Praxis direkt umsetzten. Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Training mit unserem Hund, gerne und hoffentlich schon bald auch auf ein neues Seminar:

„Wie tickt der Hund, Teil II“

Michael und Edda Schröder
Bad Salzuflen